Bahnhof Alsen

Der Bahnhof Alsen stellte über mehrere Jahrzehnte den dritten Bahnhof im Sinne der Fahrdienstvorschrift innerhalb der Stadt Itzehoe dar, er diente als solcher stets ausschließlich dem Güterverkehr.

Bereits mit Eröffnung der Strecke Glückstadt – Itzehoe im Jahre 1857 waren Maßnahmen zur Bahn-übergangssicherung des Überweges „Kamper Weg“ im heutigen Strecken-Kilometer 63,147 erforderlich. Diese sahen zunächst so aus, daß sich der im alten Bahnhof Itzehoe für diesen Zweck stationierte Bahnwärter rechtzeitig zur Ankunft bzw. Abfahrt eines Zuges zu Fuß zum Bahnübergang aufmachte und dort mittels Signalflagge den Überweg sicherte. Später kamen einfache Holzschranken hinzu, welche in vom Wärter in vorgesehene Halterungen eingelegt wurden – wurde kein Zug erwartet, wurden sie, statt über die Straße, quer über das Streckengleis gehängt.

Mit Verlängerung der Strecke über Itzehoe hinaus im Jahre 1878 wurden im Bereich des späteren Bahnhofs Alsen zusätzliche betriebliche Einrichtungen erforderlich, welche eine Bedienung des alten Bahnhofsbereichs ermöglichten. Dort hatte sich der Fabrikant Alsen mit seiner „Alsen´schen Portland-Zementfabrik“ angesiedelt und die Fabrikanlagen bereits an das Gleisnetz der Glückstadt - Elmshorner Eisenbahngesellschaft angeschlossen. Von dieser Fabrik erhielt die Betriebsstelle später ihren Namen. Zur Bedienung der Fabrik blieb das ehemalige Streckengleis erhalten, es wurde über zwei Weichen an das neue Streckengleis angeschlossen, südlich des Bahnüberganges wurde eine Umlaufmöglichkeit geschaffen. Bedienungsfahrten konnten jetzt vom – neuen – Bahnhof Itzehoe aus gezogen nach Alsen fahren und geschoben in die Fabrik fahren, die Abholung erfolgte umgekehrt, wobei die Lokomotive die Wagen aus dem Anschluß zog, im „Bahnhof“ Alsen umlief und ebenfalls gezogen nach Itzehoe fuhr. Frühzeitig verfügte die Fabrik auch bereits über ein eigenes Normalspurtriebfahrzeug, sodaß die Wagen im „Bahnhof“ Alsen übergeben bzw. übernommen wurden. An der Form der Bedienung änderte sich bis zur Beendigung der Produktion im Zementwerk Itzehoe kaum etwas.

Die Betriebsstelle Alsen hieß noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts „Posten 17“, das Postengebäude befand sich auf der Nordseite des Überweges; der dort angesiedelte Bahnwärter bediente auch die Weichen. Erst zeitgleich mit dem Bau des zweiten Streckengleises wurde ein Stellwerk südlich des Überweges gebaut, von dort wurden die (6) Weichen sowie die Schrankenanlage bedient; hinzu kamen die Einfahrsignale T, R und U sowie das Ausfahrsignal S (wobei das Signal R stets und das Signal T für die in Richtung Kremperheide fahrenden Züge die Funktion eines Blocksignals hatten). Alsen wurde als „Awanst“ (Ausweichanschlußstelle) betrieblich zunächst Zugfolge- und später folgerichtig als Bahnhof Zugmeldestelle.

Mitte der 50´er Jahre wurde südlich an die Gleisanlagen des Bahnhofs Alsen das Streckengleis der neugebauten „Bahnbetriebsgesellschaft Lägerdorf“ angeschlossen; die Strecke ist noch heute in Betrieb, während der Gleisanschluß der Itzehoer Zementfabrik mit der Verlagerung der Zementproduktion in das Werk Lägerdorf Ende der 80´er Jahre stillgelegt wurde.

Zwischen 1973 und 1978 wurden die Weichen 7 und 8 in den durchgehenden Hauptgleisen ausgebaut. Zugfahrten von Itzehoe zur Bedienung des Bahnhofs Alsen erfolgten jetzt fahrstraßenmäßig auf dem Gleis Alsen – Itzehoe im einseitigen Gleiswechselbetrieb. Als Einfahrsignal wurde in gleicher Höhe zum (Block-)Signal T links vom Gleis das neue Einfahrsignal U aufgestellt.

Mit Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks „Izf“ in Itzehoe wurde der Bahnhof Alsen als selbstständige Betriebsstelle aufgehoben, Alsen ist jetzt Bahnhofsteil des Bahnhofs Itzehoe. Weichen, Signale und Bahnübergangssicherung werden jetzt elektrisch von „Izf“ aus bedient. Das Fahrdienstleiterstellwerk „Alsen“ wurde Anfang der 90´er Jahre abgebrochen, der Bahnübergang wird vsl. im Jahre 2008 durch eine Straßen- und eine (separaten) Fußgängerunterführung ersetzt werden.

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